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Allgemeinwissen

Gesetzgebung, Bund und Länder: wer macht welche Gesetze?

Wer macht in Deutschland die Gesetze?

Grundsätzlich die Länder – soweit das Grundgesetz nicht dem Bund die Gesetzgebung zuweist (Art. 70). Tatsächlich hat der Bund die meisten großen Bereiche (Art. 73, 74); den Ländern bleiben vor allem Schule, Polizei- und Ordnungsrecht, Kommunalrecht und Kultur. Bundesgesetze beschließt der Bundestag; der Bundesrat wirkt durch Einspruch oder Zustimmung mit. Ausgeführt werden die meisten Bundesgesetze von den Ländern (Art. 83). Bundesrecht bricht Landesrecht (Art. 31).

Fachlich geprüft: · Herausgeber: SIGAtech Softwareentwicklung · Bereich: Allgemeinwissen

Inhalt
  1. Der Bundesstaat in Zahlen
  2. Landeshauptstädte – die häufigsten Fallen
  3. Wer ist für welches Gesetz zuständig?
  4. Der Weg eines Bundesgesetzes
  5. Einspruchsgesetz und Zustimmungsgesetz
  6. Rechtsverordnung und Satzung
  7. Typische Fehler
  8. Übungsbeispiele mit Lösung
  9. Wissenscheck
  10. Quellen

Der Bundesstaat in Zahlen

Deutschland besteht aus 16 Ländern: 13 Flächenländern und drei Stadtstaaten – Berlin, Hamburg und Bremen, zu dem auch Bremerhaven gehört. Bayern, Sachsen und Thüringen nennen sich Freistaat; das ist ein historischer Name für Republik ohne rechtliche Sonderstellung. Jedes Land hat eine eigene Verfassung, ein Parlament, eine Regierung und ein Verfassungsgericht. In Berlin heißt das Parlament Abgeordnetenhaus, in Hamburg und Bremen Bürgerschaft; die Regierung heißt dort jeweils Senat.

Landeshauptstädte – die häufigsten Fallen

Die Hauptstadt ist oft nicht die größte Stadt eines Landes. Genau danach fragen Tests gern.

LandHauptstadtnicht verwechseln mit
HessenWiesbadenFrankfurt am Main
Nordrhein-WestfalenDüsseldorfKöln
Mecklenburg-VorpommernSchwerinRostock
SachsenDresdenLeipzig
Sachsen-AnhaltMagdeburgHalle
BrandenburgPotsdamCottbus
Rheinland-PfalzMainzKoblenz
NiedersachsenHannoverBraunschweig

Die übrigen: Baden-Württemberg – Stuttgart, Bayern – München, Saarland – Saarbrücken, Thüringen – Erfurt; Berlin, Hamburg und Bremen sind Stadt und Land zugleich.

Wer ist für welches Gesetz zuständig?

  • Ausschließliche Gesetzgebung des Bundes (Art. 71, 73): nur der Bund, zum Beispiel auswärtige Angelegenheiten, Verteidigung, Staatsangehörigkeit, Pass- und Meldewesen, Währung, Luftverkehr, Waffenrecht.
  • Konkurrierende Gesetzgebung (Art. 72, 74): Die Länder dürfen regeln, solange und soweit der Bund nicht durch Gesetz Gebrauch gemacht hat – etwa bürgerliches Recht, Strafrecht, Arbeitsrecht, Recht der Wirtschaft, Straßenverkehr.
  • Gesetzgebung der Länder: alles, was dem Bund nicht zugewiesen ist, vor allem Schule, Polizei- und Ordnungsrecht, Kommunalrecht und Kultur.

Verwaltet wird dagegen überwiegend von den Ländern: Sie führen die Bundesgesetze als eigene Angelegenheit aus (Art. 83). Ein städtisches Ordnungsamt wendet also auch Bundesrecht an. Nur wenige Bereiche verwaltet der Bund selbst, etwa den Auswärtigen Dienst, die Bundesfinanzverwaltung mit dem Zoll und die Bundespolizei.

Der Weg eines Bundesgesetzes

  1. Initiative: Gesetzentwürfe bringen die Bundesregierung, die Mitte des Bundestages (eine Fraktion oder fünf Prozent der Abgeordneten) oder der Bundesrat ein (Art. 76). Entwürfe der Bundesregierung gehen zuerst an den Bundesrat.
  2. Bundestag: drei Beratungen, dazwischen Arbeit im Fachausschuss, am Ende die Schlussabstimmung (Art. 77 Abs. 1).
  3. Bundesrat: Er kann den Vermittlungsausschuss anrufen und je nach Gesetzesart Einspruch einlegen oder die Zustimmung verweigern.
  4. Ausfertigung und Verkündung: Gegenzeichnung durch die Bundesregierung, Ausfertigung durch den Bundespräsidenten, Verkündung im Bundesgesetzblatt (Art. 82 Abs. 1), das seit 2023 nur noch elektronisch erscheint.
  5. Inkrafttreten: am im Gesetz bestimmten Tag; fehlt die Angabe, am 14. Tag nach Ausgabe des Bundesgesetzblatts (Art. 82 Abs. 2).

Einspruchsgesetz und Zustimmungsgesetz

EinspruchsgesetzZustimmungsgesetz
Wann?Regelfallnur wenn das Grundgesetz es ausdrücklich verlangt, z. B. Grundgesetzänderungen
Rolle des Bundesrateskann binnen zwei Wochen Einspruch einlegenmuss zustimmen
Letztes WortBundestag kann den Einspruch zurückweisenBundesrat – ohne Zustimmung kein Gesetz
Vermittlungsausschuss anrufennur der BundesratBundesrat, Bundestag und Bundesregierung

Beim Einspruchsgesetz braucht der Bundestag zur Zurückweisung die Mehrheit seiner Mitglieder; hat der Bundesrat mit zwei Dritteln Einspruch eingelegt, zwei Drittel der abgegebenen Stimmen, mindestens aber die Mehrheit seiner Mitglieder (Art. 77 Abs. 4).

Rechtsverordnung und Satzung

Nicht jede Rechtsnorm ist ein Parlamentsgesetz. Rechtsverordnungen erlässt die Exekutive – Bundesregierung, ein Ministerium oder eine Landesregierung – auf Grund einer gesetzlichen Ermächtigung, die Inhalt, Zweck und Ausmaß bestimmt (Art. 80). Satzungen erlassen Selbstverwaltungskörperschaften für eigene Angelegenheiten, vor allem Gemeinden; in Nordrhein-Westfalen beschließt sie der Rat. Beispiele sind die Hundesteuer- oder die Friedhofssatzung.

Die Rangfolge: Grundgesetz – Bundesgesetz – Rechtsverordnung des Bundes – Landesverfassung – Landesgesetz – Rechtsverordnung des Landes – Satzung.

Typische Fehler

  • Der Bundesrat muss jedem Gesetz zustimmen: Nur wenn das Grundgesetz es verlangt.
  • Der Bundespräsident bringt Gesetze ein: Er hat kein Initiativrecht.
  • Schulgesetz vom Bund: Schule ist Ländersache.
  • Einspruch = Scheitern: Beim Einspruchsgesetz kann der Bundestag den Einspruch zurückweisen.
  • Größte Stadt = Hauptstadt: Frankfurt, Köln, Rostock, Leipzig und Halle sind keine Landeshauptstädte.

Übungsbeispiele mit Lösung

Erst selbst lösen, dann die Lösung aufklappen.

Beispiel 1: Zuständigkeit bestimmen

Wer ist für die Gesetzgebung zuständig? (a) Passwesen, (b) Polizeirecht, (c) Strafrecht, (d) Schulpflicht

Lösung anzeigen

(a) Bund, ausschließlich (Art. 73). (b) Länder. (c) konkurrierend, der Bund hat mit dem Strafgesetzbuch Gebrauch gemacht. (d) Länder.

Beispiel 2: Einspruch zurückweisen

Der Bundesrat legt gegen ein Einspruchsgesetz mit einfacher Mehrheit Einspruch ein. Was braucht der Bundestag, um ihn zurückzuweisen?

Lösung anzeigen

Die Mehrheit seiner Mitglieder (Kanzlermehrheit) – bei 630 Abgeordneten also 316 Stimmen.

Beispiel 3: Inkrafttreten

Ein Gesetz ohne Datum zum Inkrafttreten wird am 3. März im Bundesgesetzblatt verkündet. Wann tritt es in Kraft?

Lösung anzeigen

Am 14. Tag nach Ablauf des Ausgabetags: Ab dem 4. März gezählt ist das der 17. März.

Beispiel 4: Ein Fall, drei Ebenen

Eine Gaststätte möchte Tische auf den Gehweg stellen. Welche Ebenen sind beteiligt?

Lösung anzeigen

Gaststättenrecht ist seit 2006 Ländersache (wo ein Land nichts regelt, gilt das Bundesgesetz fort). Die Gehwegnutzung richtet sich nach dem Straßen- und Wegegesetz des Landes und einer Satzung der Stadt. Ausgeführt wird alles von der städtischen Verwaltung.

Wissenscheck: 4 Fragen

Eigene Übungsfragen, keine Originalaufgaben eines Auswahlverfahrens. Lösungen und Erklärungen lassen sich auch ohne JavaScript öffnen.

1. Wer darf keinen Gesetzentwurf in den Bundestag einbringen?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Erklärung

der Bundespräsident

Initiativrecht haben Bundesregierung, Mitte des Bundestages und Bundesrat (Art. 76 Abs. 1).

2. Was ist die Hauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Erklärung

Schwerin

Schwerin ist Landeshauptstadt, Rostock die größte Stadt.

3. Was gilt bei einem Zustimmungsgesetz, wenn der Bundesrat nicht zustimmt?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Erklärung

Das Gesetz ist gescheitert.

Ohne Zustimmung des Bundesrates kommt ein Zustimmungsgesetz nicht zustande.

4. Wer führt Bundesgesetze in der Regel aus?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Erklärung

die Länder als eigene Angelegenheit

Art. 83 GG: Die Länder führen die Bundesgesetze als eigene Angelegenheit aus, soweit das Grundgesetz nichts anderes bestimmt.

Begriffe im Glossar

Quellen

Die Zusammenfassung dient dem Lernen. Verbindlich sind allein Ausschreibung, Einladung und Vorgaben der Behörde, bei der du dich bewirbst. Die Einstellungstest-Wissensdatenbank ist kein amtliches Angebot und verspricht keinen Testerfolg. Einen Fehler gefunden? Schreib uns über Hilfe und Kontakt.

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